Feb 222019
 
164_vor_Geysir-Vilama_vor_San_Pedro_de_Atacama   Heute ist schon sehr früh Tagwache. Regula, Mario, Beni und Silvia brechen um 5.15 Uhr mit unserem Suzuki und Bens Nissan zu dem Geysirfeld von Tatio auf.
Mit 4300 m ist es das höchste Geysirfeld der Welt.

Erich und Jörg fahren etwa um 9 Uhr vom Platz ab und lassen bewusst die schlechte Naturstrasse zu den Geysiren aus. Sie fahren auf direktem Weg nach Machuca hinunter, welches immer noch auf 4000m liegt.

Dort wollen wir uns alle später treffen.

Es ist immer noch dunkel als wir nach 1 Stunde Fahrt beim Geysirfeld ankommen. Im Reiseführer heisst es, man soll vor Sonnenaufgang dort sein, denn die Dampfsäulen seien in der kühlen Morgenluft am höchsten und schönsten.

Manchmal erreichen die Wassersäulen eine Höhe von 10 Metern.

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_MG_3683   Mittlerweile sind wir schon über eine Stunde hier, es ist 7.15 Uhr. Man erahnt den Sonnenaufgang hinter den 6000m hohen Gipfeln.
Es ist ein wunderschönes Naturschauspiel als die ersten Sonnenstrahlen um 8 Uhr über den Vulkangipfeln erscheinen.   _MG_3701
_MG_3704   Das geothermische Feld von 3 km2 umfasst etwa 40 Geysire, 60 Thermen und 70 Fumarolen (durch den fehlenden Druck wird das Wasser vor seinem Austritt vollständig in Dampf umgewandelt.)
Als die Sonnenstrahlen die Rauchsäulen erreichen, wissen wir, warum wir heute so früh aufgestanden sind.
Das Gesamterlebnis von den Geysiren im Mondschein bis zu den Farbtönen in der Sonne ist einmalig.
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_MG_3739   Es scheint tatsächlich so, dass je höher die Sonne am Himmel aufsteigt, je wärmer es wird, desto mehr verlieren die Dampfsäulen an Intensität.

Um 9.30 Uhr ist das ganze Geysirfeld in Sonne eingetaucht.
Wer möchte, badet noch im lauwarmen Naturbecken. Es wird direkt von einer der heissen Quellen gespiesen.
 
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__SM0644   Es ist schon 10.30 Uhr vorbei als wir aufbrechen, Erich und Jörg warten bestimmt schon in Machuca.

Überraschenderweise ist die breite Naturstrasse in einem sehr guten Zustand. Nach den heftige Regenfällen und den damit verbundenen Erdrutschen wurde die Strasse vor 2 Wochen neu gepfadet. Dieser Zustand wird wohl nicht lange anhalten, denn tagtäglich fahren sehr viele Tourbusse hinauf  zu den Geysiren.

Wir kommen den Gipfeln immer näher.   __SM0656
__SM0666   Einer der Vulkane ist noch aktiv.
__SM0657   Unterwegs trifft man auf eine Unterart der Familie der Kamele: Vicuñas. Sie ähneln den Guanakos, sind aber kleiner und schlanker. Sie sind seltene Tiere und nur in freier Wildbahn in den Hochanden zu finden. Wegen Wilderei und Krankheiten wären sie beinahe ausgestorben. Zum Glück wurden sie jedoch 1975 unter Artenschutz gestellt. Seitdem hat sich die Population erholt.
Das besonders weiche, seidig glänzende Fell, übertrifft in seiner Feinheit sogar die edle Kaschmirwolle. Nicht ohne Grund ist Vicuñawolle die teuerste Wolle der Welt. Rund 500 Euro kostet das Rohmaterial pro Kilo.
Wenig später treffen wir in Macuche auf einem offenen Gehege eine Herde Lamas an.   __SM0683
__SM0678   Hier treffen wir wie abgemacht auf Jörg. Erich ist schon langsam weitergefahren. Die beiden haben auch eine gute Geschichte zu erzählen. Kurz nach ihrer Abfahrt sind sie bei einer Polizeistation in der Höhe angehalten worden. Sie dachten, die beiden Polizisten wollten die Fahrzeuge kontrollieren. Bis sich dann herausstellte, dass sie mitgenommen werden wollten nach San Pedro. So ist je ein Polizist in einem Wohnmobil eingestiegen. Rocky hat Erich’s Eindringling heftigst verbellt, das hat nichts genützt. Der Polizist ist stur im Wohnmobil geblieben.
Es ist Mittagszeit, langsam meldet sich der Hunger bei uns. Wie gut werden hier leckere Lamaspiesschen für 3000 Cl$ (entspricht etwa Franken 4.50) verkauft. Der Verkäufer macht ein Bombengeschäft, denn die allermeisten Tourbusse halten hier für eine Pause.

Nachher fahren wir schnurstracks ins Tal. Dort hat Erich ein geeignetes Plätzchen gefunden.

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Übernachtungsplatz: vor San Pedro de Atacama

GPS: S 22 52.294’, W 68 10.854’
Preis: Gratis
Strom: Nein
Wasser: Nein
WiFi: Nein
Big Rigs: Ja
Dogs: Ja

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